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Archive im Forschungsgebiet und in Nachbarländern Zusätzlich zu den heute in der Bundesrepublik Deutschland aufbewahrten Beständen sind ost- und westpreußische Archivalien in Polen, Litauen sowie Russland (Kaliningrader Oblast) erhalten und allgemein auch für Familienforscher benutzbar. Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um Unterlagen, die sich bei Kriegsende 1945 vor Ort in den regionalen Verwaltungen und Archiven befanden. Die erhaltenen, bis Kriegsende in Gebrauch befindlichen Verwaltungsakten decken überwiegend den Zeitraum zwischen der Mitte des 19. Jahrhunderts und 1945 ab, wogegen einzelne Archivbestände auch in frühere Zeiten zurückrückreichen. Die im Forschungsgebiet verbliebenen Verwaltungsakten wurden in die nach 1945 neu eingerichteten staatlichen Wojewodschaftsarchive verlagert. Archive befinden sich in Danzig/Gdańsk, Gdingen/Gdynia, Marienburg/Malbork, Thorn/Toruń, Bromberg/Bydgoszcz, Allenstein/Olsztyn, Neidenburg/Nidzica und Lyck/Ełk. Dort liegen heute nicht nur Bestände ehemaliger deutscher Archive, so des Danziger und des Königsberger Archivs, sondern auch Akten weiterer Behörden wie der Kreisverwaltungen, Städte, Justizbehörden, Forstverwaltungen sowie Privatarchive begüterter Familien. Die polnische Staatsarchivverwaltung ist mit einer polnisch- und englischsprachigen Homepage im Internet präsent, die sämtliche Informationen zum Archivwesen in Polen enthält: http://www.archiwa.gov.pl/?CIDA=43 So gibt es auf der Homepage u. a.
Die Aktenbestände (http://www.archiwa.gov.pl/?CIDA=377) der polnischen Staatsarchive sind auf Findbuchebene im Internet recherchierbar: http://baza.archiwa.gov.pl/sezam/index.eng.php. So kann z.B. bequem vom heimischen Schreibtisch aus geprüft werden, ob generell Akten für die eigenen Forschungsinteressen im Archiv vorhanden sind. Wie in Deutschland auch, ist in den kirchlichen und staatlichen polnischen Archiven vor Benutzung der Archivalien ein Benutzungsantrag auf einem Formblatt unter Angabe der Personalien und des Forschungsthemas zu stellen. Er wird im Allgemeinen von der jeweiligen Archivdirektion zu Beginn eines Archivbesuchs formlos und kurzfristig genehmigt. Die offizielle Benennung des Themas „Familienforschung“ ist im Gegensatz zu früheren Zeiten inzwischen unproblematisch. Sollte die letzte Benutzungsgenehmigung länger als ein Jahr zurückliegen, so ist wie auch in deutschen Archiven ein erneuter Antrag zu stellen. Für die üblicherweise kurz nach der Bestellung erfolgende Vorlage der Archivalien im Archivlesesaal werden keine Gebühren erhoben. Werden von Archivalien Kopien gewünscht, so kann der Benutzer aufgrund einer meist auch auf der Homepage des jeweiligen Archivs veröffentlichten Gebührentabelle in der Landeswährung Złoty (PLN) Reproduktionen bestellen. Wurde bei der Benennung des Forschungsthemas „Familienforschung“ angegeben, so hat dies allgemein einen in der jeweiligen Gebührenordnung festgelegten erhöhten Kostensatz bei der Beauftragung von Kopien zur Folge. Von Deutschland aus kann die Anreise zu einem polnischen Archiv unproblematisch und preisgünstig per Bahn, Bus, Flugzeug oder PKW erfolgen. Es besteht ein breites Angebot an Unterkunftsmöglichkeiten in der Nähe der Archive. Die Verständigung mit dem Archivpersonal stellt allgemein kein Problem dar. Deutschsprachige Akten aufbewahrenden Archive verfügen in der Regel über auch deutschsprachige, wissenschaftliche Mitarbeiter. Sollte der bezüglich eines optimalen Informationsgewinns immer anzustrebende persönliche Besuch eines Archivs nicht möglich sein, so ist die Stellung einer schriftlichen Anfrage oder die Beauftragung der Erstellung von Kopien auf deutsch oder englisch per Email oder Brief möglich. Hierbei sind die gewünschten Antwortschreiben der Archive - wie auch bei deutschen Behörden - in der Amtssprache des jeweiligen Landes, in diesem Fall also auf Polnisch. Die Mitarbeiter der Staatsarchive führen auf Antrag entgeltlich auch die Suche nach Dokumenten durch, welche die Genealogie der Familie des Antragstellers, benötigte juristische Dokumente oder ein bestimmtes wissenschaftliches Thema betreffen. Die Preise für diese nach Zeitaufwand zu entgeltenden Dienstleistungen sind ebenfalls den jeweiligen im Internet veröffentlichten Preislisten zu entnehmen. Die Gebühren sind im Vergleich zu deutschen Verhältnissen als günstig zu bezeichnen. Die im Forschungsgebiet verbliebenen Kirchenbücher und Kirchenakten wurden in Polen, soweit es am Ort eine Kirchengemeinde gleicher Konfession gibt, und das trifft meist nur für die katholischen Kirchenbücher zu, vielfach bei der dortigen Pfarrei belassen, ältere Bestände auch an die Diözesanarchive abgegeben. Die übrigen Kirchenbücher lagern in den regional zuständigen Staatsarchiven. Standesamtsunterlagen sind überwiegend vor Ort geblieben. Sie werden in Polen, soweit erhalten, bei den Nachfolgebehörden der deutschen Standesämter aufbewahrt. Zu den bei den heutigen Standesämtern in Polen vorhandenen Unterlagen aus dem Zeitraum 1898-1945 gibt es zum Stand von 1998 ein von Tomasz Brzóska erstelltes Verzeichnis. Der aktuelle Bestand ist auf den oben angegebenen Seiten im Internet zu finden. Bis auf einige Ausnahmen (mehrere Jahrgänge in einem Band oder Platzmangel im Archiv) werden von den Standesämtern die über einhundert Jahre alten Unterlagen an die Staatsarchive übergeben. In welchem Archiv welche Kirchenbücher und welche Standesamtsunterlagen aufbewahrt werden, ist in einem im Jahr 2000 erschienenen „Informator“ aufgelistet. Weiterhin gibt es zu den in den Archiven befindlichen Standesamtsunterlagen auf der Homepage der Staatsarchive die Archivdatenbank PRADZIAD: http://archiwa.gov.pl/?CIDA=378 Die wichtigsten Archive für ost- und westpreußische Aktenbestände sind: Archiv Allenstein weitere Informationen unter:
weitere Informationen unter:
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Katholische Kirchenarchive in Polen Das ermländische Diözesanarchiv in Frauenburg ist fast vollständig erhalten und befindet sich heute im Diözesanarchiv
Allenstein Insbesondere katholische Kirchenbücher werden auch noch bei einzelnen Pfarrgemeinden aufbewahrt. In Allenstein sei noch verwiesen auf die sich mit der Geschichte Ermlands und Masurens wissenschaftlich beschäftigende und dazu publizierende Institution: Ośrodek Badań
Naukowych im. Wojciecha Kętrzyńskiego
In Russland befinden sich Archivalien zur Geschichte Ostpreußens u. a. im: Gebietsarchiv
Königsberg/Kaliningrad Weitere, nach dem Zweiten Weltkrieg nach Russland verbrachte Aktenbestände aus dem Forschungsgebiet des Vereins stehen der öffentlichen Benutzung noch nicht wieder zur Verfügung.
In Litauen befindliche Archivalien aus dem früheren Ost- und Westpreußen sind auf mehrere Standorte verteilt. U. a. befinden sich Bestände aus Königsberg in der: Martynas Mazvydas
Nationalbibliothek
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Informationen wurden zusammengestellt von Wolfgang Brozio |
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