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Wo kommst »Du« her?
Der Verein für Familienforschung in Ost- und Westpreußen hielt am 20.10.2007 seine Jahreshauptversammlung in Lüneburg ab. 43 Mitglieder folgten der Einladung des Vorstandes. Eingeleitet wurde die Versammlung mit insgesamt 4 Vorträgen: 1. Hans-Heinrich Decker referierte über den Spezialkatalog zum Personalschriftenbestand der Universitätsbibliothek Königsberg in der Staatsbibliothek zu Berlin. Herr Decker führte aus, daß die Rekonstruktion vergangener, d.h. durch die Kriegseinwirkungen zerstreuter und vernichteter Bücher nicht erfolglos ist. So werden z.B. zur Zeit die sich in Moskau befindlichen Bestände der Wallenrodt-Bibliothek nach Königsberg zurückverlegt. Am Beispiel der nach der Reichsgründung von Königsberg nach Straßburg zum Aufbau der dortigen Bibliothek verbrachten Dubletten zeigte er, daß die Suche nach alten Beständen sich nicht nur auf den Osten beschränken darf. 2. Dr. Karl Kowalewski stellte die Ergebnisse seiner Forschungen zu seiner Familie vor, die beispielhaft zeigen, dass bereits lange vor dem 1. Weltkrieg eine nach Westen gerichtete Wanderungsbewegung einsetzte: hier im speziellen Fall als Eisenbahner berufsbedingt. Dennoch sind die Wurzeln dieser Familie bis ins 15. Jahrhundert im Gutsbezirk Leegen bei Lyck zurück zu verfolgen. 3. Reinhard Wenzel berichtete über das Geographen- und Historiker Ehepaar Hans und Gertrud Mortensen und ihre Bedeutung für die Familienforschung. Das Ehepaar Mortensen hat umfassend die Siedlungsgeographie des Nordostens Ostpreußens, besonders des Samlandes erforscht. Deren auf historisch-kritischer Quellenarbeit beruhenden Arbeiten sind noch heute für die Siedlungsgeschichte unentbehrlich, wie der Historisch-geographische Atlas des Preußenlandes zeigt. 4. Prof. Dr. Hans Rothe berichtete ausführlich über „Die deutschen Befreiungskriege und die Polnische Frage (1795-1830)“. Er zeigte, daß die Bewertung der damaligen Ereignisse nicht ohne saubere Begriffsdefinitionen, insbesondere des Begriffs „Nation“, erfolgen kann. Er konzedierte, daß in dieser Frage bisher unter heutigen Historikern, polnischen wie deutschen, bedauerlicher Weise keine Übereinstimmung erreicht werden konnte. Jahreshauptversammlung Auf der anschließenden Jahreshauptversammlung wurden neben den vereinsüblichen Tagesordnungspunkten ausführlich die Punkte Vereinsveröffentlichungen und Nutzung elektronischer Kommunikationsmöglichkeiten erörtert. Herr Fecker berichtete über den Stand der nächsten Altpreußischen Geschlechterkunde (APG), für die Ende November 2007 der Redaktionsschluß vorgesehen ist. Frau Drechsler berichtete über den Stand des Familienarchivs (FA) und forderte die Anwesenden auf, Material zur Veröffentlichung einzureichen. Die Situation für die Sonderschriften und die Reihe QMS erläuterte Herr Surkau, der das Amt des „Schriftleiters Sonderschriften“ bisher kommissarisch verwaltete. Er stellte acht nahezu fertige Projekte vor, bemerkte jedoch, daß im nächsten Jahr aus Kostengründen von diesen lediglich zwei erscheinen werden. Anschließend wurde Herr Surkau in seinem Amt von der Versammlung einstimmig (bei Stimmenthaltung des Gewählten) bestätigt, so daß der Verein jetzt nach mehreren Jahren wieder über einen Schriftleiter für die Sonderschriften und die Reihe QMS verfügt. Zur Nutzung der elektronischen Kommunikationsmöglichkeiten wurde auf die von Herrn Schuka programmierte neue Homepage des Vereins verwiesen (www.vffow.de). Aus dem Gremium kamen hierzu einige Verbesserungsvorschläge, die in Kürze umgesetzt werden. Bei dieser Gelegenheit kam auch die rückläufige Mitgliederanzahl des VFFOW zur Sprache. Als Mittel zur Verbesserung dieses auch bei anderen Institutionen zu beobachtenden Sachverhaltes wurde eine bessere Öffentlichkeitsarbeit des Vereins vorgeschlagen. Als weiteres Mittel zur Werbung neuer Mitglieder wurde beschlossen, die Preise für Vereinsveröffentlichungen (Bücher) für Vereinsmitglieder um 30% zu reduzieren. Externen Buchkäufern sollen damit die Vorteile einer Vereinsmitgliedschaft nahegebracht werden. Der Ehrenvorsitzende des Vereins, Herr Dr. Heling, bedankte sich für die ihm gewidmete Festschrift (SoS Nr. 108) und benutzte diese Gelegenheit, den Vertragsabschluß bezüglich der Einrichtung des seit langem geplanten Depositums beim GStAPK in Berlin anzumahnen.
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