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Kurt-G. Jörgensen: Familienforschung im Aufwind

2. Vorsitzender des VFFOW spricht in Dänemark

Familienforscher Jörgensen hält Vortrag in Dänemark: Familienforschung ist auch bei uns im Aufwind - Die Datenbank „Archion“ hat Anteil daran

(Flensburg) - Auch in Dänemark besinnen sich immer mehr Menschen ihrer Wurzeln im ehemaligen Ost- und Westpreußen. Für Kurt-Günter Jörgensen, dem 2. Vorsitzenden des renommierten Genealogievereins
VFFOW e.V. aus Hamburg ist das kein Wunder: „Nicht wenige Ostdeutsche, die in den beiden Weltkriegen ihre Heimat verloren haben, sind nach Skandinavien, insbesondere nach Dänemark gelangt und haben dort ein neues Leben begonnen“, meint der erfahrene Familienforscher. Jörgensen: „Bisher war es für dänische Forscher schwierig, ihren Vorfahren in Deutschland nachzuspüren. Doch mit Online-Datenbanken wie Archion ist hier eine Wende eingetreten.“

Um dänischen Mitforschern aufzuzeigen, welche hervorragenden Möglichkeiten der Online-Recherche in genealogischen Datenbanken es auch in Deutschland inzwischen gibt, hält sich Kurt-Günter Jörgensen schon bald wieder in Dänemark auf. Auf Einladung der Danske Slægtsforskere Helsingør wird er am Montag, 18. November 2019 um 19 Uhr im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung in Helsingør bei Kopenhagen (Kulturhaus Syd, Hofmarken 7) einen Vortrag über neue Möglichkeiten der Online-Familienforschung halten. Schwerpunkt dabei wird der Umgang mit der Datenbank Archion sein, einem gemeinschaftlichen Projekt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Mehrheit der evangelischen Landeskirchen. Mehr als 90.000 Kirchenbücher sind dort mittlerweise erschlossen, und es ist mehr als wahrscheinlich, dass auch etliche dänische Familienforscher mit Hilfe dieser Datenbank ihren Wurzeln näher kommen.

Tatsächlich wanderten auch schon weit vor dem Ende des II. Weltkriegs Tausende Menschen auf der Suche nach einer glücklichen Zukunft aus deutschen Landen nach Skandinavien aus. Und so führen heute viele dänische Familien ihre Herkunft auf eingewanderte Handwerker, Kaufleute und Prediger auch aus dem ehemaligen Ost- und Westpreußen zurück, die insbesondere in der Zeit der preußischen Herrschaft in Süddänemark zwischen 1864 und 1920 dort ansässig wurden. Jörgensen, der selbst dänische Wurzeln hat, betont: „Wer nach 1920 nicht wieder nach Deutschland umsiedelte, wurde damals automatisch dänischer Staatsbürger.“ Er erklärt: „Manche Volksgruppen wie die würtembergischen Kolonisten (Kartoffeldeutsche in der Alhede) , Herrenhuter (Christiansfeld), Juden, Katholiken, Hugenotten und andere Glaubensbrüder (Fredericia) haben sich schon im 18. Jahrhundert auf Einladung des jeweiligen, dänischen Königs in Dänemark angesiedelt.“ Sie alle seien heute Dänen und umfassend assimiliert. Und weiter erklärt der Fachmann: „Dänemark ist ein Einwanderungsland wie Deutschland und hat einen hohen Anteil an Einwohnern ausländischer Herkunft.“

Das Klima für Familienforscher in Dänemark sei „ganz hervorragend“, meint Jörgensen. Der Grund dafür liegt für ihn auf der Hand: „Da in Dänemark die Königin gleichzeitig Kirchenoberhaupt ist (das reformierte Christentum ist Staatsreligion), wurde angeordnet, dass alle Kirchenbücher und sonstige Forschungsunterlagen für die Bevölkerung kostenlos online zu stellen sind.“ Das funktioniere seit Jahren ausgezeichnet, und er schließt voller Zuversicht für seinen VFFOW: „Auch wir spüren in Deutschland mit der zunehmenden Verbreitung von online recherchierbaren Datenbanken einen deutlichen Aufwind. Archion, das Allenstein-Projekt und auch die Datenbanken des VFFOW tragen dazu bei.“ (kud-cg)