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Eindrücke vom Schwedischen Genealogentag in Borås

(Borås) - Mehr als 5.000 zahlende Besucher zählten die Organsiatoren des Genealogentags am 24. Und 25. August 2019 im schwedischen Borås. Beeindruckend: Rund 100 Stände, die von insgesamt etwa 500 einheitlich in neofarbenen Polo-Shirts gekleideten Helferinnen und Helfern betreut wurden. Für den vffow mit dabei war Freya Rosan. Sie berichtet:

„Zehn Vortragsreihen mit jeweis drei gut besuchten Referaten standen im Mittelpunkt der großartig organisierten Veranstaltung. Christian Kirchner (DAGV und AGT-Thüringen) hielt einen der insgesamt 30 durchweg spannenden Vorträge. Alleine seinem Referat, das er auf Schwedisch hielt, lauschten zwischen 250 und 300 interessierte Zuhörer! Das Thema lautete „Många möjligheter finns men tålamod behövs, forskning i tyska kyrkböcker“ (auf deutsch: „Es gibt viele Möglichkeiten, aber es ist Geduld erforderlich, in deutschen Kirchenbüchern zu recherchieren“).

Die deutschen Familienforscher waren in Borås in nennenswerter Zahl vertreten. Unter ihnen Christian Kirchner (DAGV und AGT), zwei Kollegen von Compgen (u.a. die 1. Vors. Susanne Nicola), das Ehepaar Sobieski (Verein für Familienforschung Lübeck), Gabi Drop von der AGoFF, Harald Müller-Baur von ARCHION, Hans-Dieter Grahl von den "G-Gruppen" (Grenzenlose Genealogie über die Ostsee). Drei der Kollegen sprachen schwedisch, sonst verständigte man sich auf Englisch und Deutsch.

Der Stand des vffow war gut besucht. „Allein am Samstag“, so berichtet Freya Rosan, „hatten wir rund 200 Gesprächskontakte vor Ort“. Die Fragen seien oft ähnlich gewesen: „Wie forscht man in Deutschland? Wo und wie finde ich was? Wo bekomme ich Hilfe?“ (Hierzu muss man wissen, dass in Skandinavien fast alle im Familienforschungszusammenhang relevanten Daten online einsehbar sind. Ein Traum für Familienforscher!) Freya Rosan: „Doch es gab auch spezielle Anfragen zu Ost- und Westpreußen. Dabei ging es z.B. um die Familien Buskies aus Spucken Kreis Heydekrug, Jeziorowski aus dem Kreis Johannisburg, Milbredt und Meyer aus Gumbinnen und Goldap sowie die Familien Hoff und Kafka aus Westpreußen.“ In manchen Fällen konnte am Stand des vffow sofort geholfen werden - dank eines gut ausgestatteten PC mit Zugriff auch auf die Datenbanken des vffow.

Auf lebhaftes Interesse stießen die neuen Vereinsflyer des Vereins für Familienforschung in Ost-und Westpreußen in Schwedisch. Kurt G. Jörgensen, hatte dankenswerterweise die Übersetzung und den Druckauftrag übernommen.

Freya Rosan erinnert sich gerne an die beiden Tage unter Familienforschern in Schweden zurück: „Wir vom `Deutschen Stand`, die wir uns jetzt selbstverständlich alle duzen, waren uns zum Abschluss der Veranstaltung einig, dass wir zusammen ein tolles Wochenende hatten und sich der Einsatz trotz der langen Anreise und der hohen Aufwandes gelohnt hat. Allein schon das informelle Miteinander unter Vereinskollegen ist ein Riesengewinn!“ Auch sei es schön gewesen, so fährt sie fort, vielen Menschen helfen zu können, selbst wenn es manchmal „nur“ darum gegangen sei, dass man sich persönliche Geschichten anhörte. So seien Menschen mit deutschen Wurzeln an den Stand des vffow gekommen, die Nachfahren von Glasbläsern waren oder die als Kinder im Nachkriegsdeutschland von schwedischen Familien adoptiert worden waren. Deutsch-schwedische Verbindungen sind oft tiefer und weitreichender als sich viele von uns das bisher vogestellt haben.

Mit besonderer Freude berichtet Freya Rosan abschließend über eine Begegnung am Stand beim Genealogentag in Borås: „Eine Dame war so glücklich über meine Hilfe, dass sie mich per Mail nach Schweden zu einem Besuch eingeladen hat.“ Wenn das nicht eine schöne Anerkennung ist!

Der nächste Schwedische Genealogentag findet 2020 in Skövde statt, danach trifft man sich 2021 in Göteborg. Der vffow wird sicher wieder dabei sein. (cg)