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  • Deutscher Genealogentag in Gotha

    Gotha, die heimliche Hauptstadt der Genealogie in Deutschland: In einem wunderbaren Kurzbericht erzählt der MDR Thüringen über seine Eindrücke vom Deutschen Genealogentag in Gotha vom 14. und 15. September 2019. Auch der vffow war mit einem Stand in Gotha vertreten. Hier ist die Adresse zum Beitrag aus dem Magazin "MDR Thüringen Journal": https://www.mdr.de/video/mdr-videos/a/video-337430.html

  • Deutscher Genealogentag in Gotha

    Gotha, die heimliche Hauptstadt der Genealogie in Deutschland: In einem wunderbaren Kurzbericht erzählt der MDR Thüringen über seine Eindrücke vom Deutschen Genealogentag in Gotha vom 14. und 15. September 2019. Auch der vffow war mit einem Stand in Gotha vertreten.Hier ist die Adresse zum Beitrag aus dem Magazin "MDR Thüringen Journal": https://www.mdr.de/video/mdr-videos/a/video-337430.html

Familienforscher unter sich


Ein neuer Trend: Familienforscher-Stammtische

Nicht nur für Anfänger sind Familienforscher-Stammtische wichtige Treffpunkte. Hier können Fragen gestellt sowie Neuigkeiten und Forschungsergebnisse ausgetauscht werden. Der Vorteil ist auch: hier kannst du mit anderen über dein Hobby reden und wirst verstanden! Bestimmt gibt es auch in deiner Nähe einen solchen Stammtisch. Unser laufend ergänztes und aktualisiertes Verzeichnis von Stammtischen für Familienforscher soll dir bei der Kontaktaufnahme helfen.

Aufhebung des Mühlenzwangs in Ostpreußen

Mühle im Roggenfeld -
Mühle im Roggenfeld - ein Foto von Freya Rosan

In ihrem Genealogie-Tagebuch befasst sich Irmi Gegner-Sünkler mit Themen, die ihr als Familienforscherin mit Schwerpunkt Ostpreußen begegnen. In einem ihrer jüngsten Beiträge vom 22. September 2019 hat sie ihre Erkenntnisse über ein Thema zusammengefasst, das uns als Familienforscher immer wieder begegnet: Das Leben und der Beruf der Mühlenbetreiber in Ostpreußen. Irmi Gegner-Sünkler schreibt hierüber mit besonderer Sachkenntnis, für sie selbstverständlich, waren doch eine Reihe ihrer Vorfahren Müllermeister, Mühlenpächter oder Besitzer einer Mühle, überwiegend im Kreis Pr. Eylau. Hier ihr Beitrag, wir bedanken uns für die freundliche Genehmigung zur Wiedergabe:

Aufhebung des Mühlenzwangs in Ostpreußen
- von Irmi Gegner-Sünkler -

Eine Reihe meiner Vorfahren in Ostpreußen übten zu unterschiedlichen Zeiten den Beruf des Müllers aus – einige von ihnen sind Müllermeister, Mühlenpächter oder Besitzer einer Mühle, überwiegend im Kreis Pr. Eylau:

- Johann Wilhelm Hellwich (1690-1764) vor 1722 Müller in Finken – ab 1724 Müllermeister in Landsberg – um 1730 Arrendator der ‚Gräflich Schwerinschen Mühlen zu Landsberg‘ – um 1744 Müller in Kumkeim, ab 1744 Arrendator des Vorwerks Woymanns – ab 1749 Pächter der Mühlen von Gr. Steegen und Liepnick)

- Johann Friedrich Westphal (1729-1801) etwa 1762-1778 Müllermeister und Pächter der Mühle zu Wilknit – dann Mühlenpächter der Reichsgräflichen Steegenschen Mühle)

- Friedrich Westphal (1779-1849) um 18o5-1817 Müller in Eichen; 1818-1826 Müller in Worienen; 1830 Müllergesell in Gr. Peisten, Müllermeister der Worienschen Mühle, 1848/9 Mühlenbesitzer in Gr. Peisten

- Johann CARL Westphal (1822-1879) von 1850-1855 Mühlenbesitzer in Gr. Peisten, danach Mühlen- und Grundbesitzer in Landsberg (auf dem Konertsberg)

- CARL Sigismund Ankermann (1799-1846) 1826 Pächter der Mühle in Gr. Peisten – 1827 Müllermeister in Nerfken – etwa 1831-1846 Mühlenbesitzer in Konnegen bei Heilsberg

In Ostpreußen, Litauen, im Ermland und im landrätlichen Kreis von Marienwerder wird der Mühlenzwang durch ein Edikt vom 29. März 1808 aufgehoben. Sowohl für die Müller als auch für die Bewohner, die ihr Getreide zu Mehl verarbeiten lassen wollen, treten damit eine Reihe von Änderungen in Kraft. Für Johann Wilhelm Hellwich und Johann Friedrich Westphal ist es noch selbstverständlich, dass sie in all ihren Rechten und Pflichten vom Wohlwollen ihres Grundherrn abhängig sind. Friedrich Westphal erlebt die Aufhebung des Mühlenzwangs unmittelbar mit und muss sich auf die neuen Regelungen einstellen – und für Johann Carl Westphal und Carl Sigismund Ankermann gelten diese von Beginn an.

- jeder Eigentümer darf nun auf seinem Grund und Boden eine Mühle bauen,
- die Landespolizeibehörde muss informiert werden,
- der Bau einer Wassermühle (und ob es eine ober- oder unterschlägige sein wird) muss vom Bauherrn an zwei Sonntagen in der Kirche angekündigt werden,
- jeder darf sein Getreide nun in eine beliebige Mühle bringen,
- die Bewohner müssen keine Baudienste mehr leisten – vorher waren sie verpflichtet, die "Zwangsmühle" mit instand zu halten,
- der Müller verliert das Recht des "freien Bauholzes",
- die Preise der Mühlenerzeugnisse werden in Abstimmung zwischen Müller und "Mahlbedürftigen" festgelegt, dürfen aber einen vorgeschriebenen Höchstpreis nicht überschreiten,
- die Mahlpflichtigen zahlen eine Abgabe für die erhaltene Mahlfreiheit.

- Handmühlen (Quirdeln) sind auf dem Lande erlaubt, in der Stadt nicht,
- niemand darf einer Windmühle durch Anpflanzen von Bäumen den Wind nehmen,
- ein Nachbar darf der Mühle nicht das nötige Wasser entziehen,
- Mühlenwaagen werden Pflicht – es gibt vorgeschriebene Maße und Gewichte,
- jeder Müller muß eine "schwarz angestrichene, mit rothen oder weißen Nummern versehene Rangtafel halten, und sie öffentlich in der Mühle dergestalt aufhängen, dass sie von Jedem gesehen werden kann",
- es werden harte Strafen verhängt wegen ‚untüchtigen oder betrügerischen Mahlens‘ – ein dreimal bestrafter Müller kann zum Verkauf der Mühle angehalten werden.

Aktuelle Termine

Academia Baltica in Sankelmark - Seminar: "OSTPREUSSEN - DIMENSIONEN DER ERINNERUNG" - Leitung: Dr. Petra Zühlsdorf-Böhm und Dr. Christian Pletzing - Info: https://www.eash.de/programm/seminaretagungen [mehr]

Seminarveranstaltung Sankelmark 6. - 8. Dezember 2019: "Familiengeschichten - UNSER KRIEGSERBE. GENERATIONENÜBERGREIFENDE FOLGEN NACH KRIEG, FLUCHT UND VERTREIBUNG" - Leitung: Anita Knapek - Infos unter https://www.eash.de/programm/seminaretagungen/details/news/unser-kriegserbe-generationenuebergreifende-folgen-nach-krieg-flucht-und-vertreibung/ [mehr]

Zitat des Tages:

Fulbert Steffensky (* 1933): "Man muß wissen, woher man kommt, wenn man wissen will, wer man ist. Wir sind nicht nur wir selber. Wir sind auch unsere Herkunft. In unsere Gegenwart sind die Wünsche, die Lebensbilder, die Lebenserwartungen der Menschen eingegangen, die vor uns gelebt haben. Sie aufzuspüren heißt, sich selber kennenlernen."

Sprachauswahl

Land und Leute

Männer beim Gespräch auf einer Bank
Männer beim Gespräch auf einer Bank zur Mittagszeit in Olztyn / Allenstein

Neue Website am Netz

Reinhard Wenzel, 1. Vorsitzender des VFFOW:
Reinhard Wenzel, 1. Vorsitzender des VFFOW: "Mit unserer neuen Website zeigen wir, wie aufgeschlossen, frei von nationalem Dünkel und auf ein friedliches Zusammenleben ausgerichtet der VFFOW ist."

VFFOW.de: Ein altehrwürdiger Verein zeigt sein modernes Gesicht

(Hamburg) - Mehr als 40 Prozent aller Bundesbürger haben Verwandte mit Wurzeln im ehemaligen Ost- und Westpreußen. Die Wahrscheinlichkeit ist deshalb groß, dass auch du einige deiner Vorfahren auf dieser Site des VFFOW wiederfinden kannst.“ Mit dieser Aussage weckt der Verein für Familienforschung in Ost- und Westpreußen (VFFOW) gleich zu Beginn seines neuen Web-Auftritts Neugier und Interesse. Und tatsächlich zeigen schon die ersten Seiten unter vffow.de, wie jeder Interessierte sich mit nur wenigen Klicks Namen, Lebensdaten und sogar Dokumente zum Leben seiner Vorfahren auf den heimischen Bildschirm zaubern kann.

Da der Verein schon in wenigen Jahren seinen 100. Geburtstag feiern wird, kommt dieser digitale Neuauftritt den Machern rund um den 1. Vorsitzenden Reinhard Wenzel aus dem niedersächsischen Celle „genau zur richtigen Zeit“. Denn so könne man „zeigen, wie aufgeschlossen, frei von nationalem Dünkel und auf ein friedliches Zusammenleben ausgerichtet“ sein Verein sei. Rund 1.000 Mitglieder aus ganz Deutschland zählt der VFFOW inzwischen, auch Mitglieder aus dem Ausland nehmen lebhaft Anteil an der Arbeit ihres Vereins. Wenzel: „Da sich inzwischen viele Menschen mit der Erforschung ihrer Familiengeschichte befassen, können wir mit unseren neuen Website auch Anfänger erreichen. Es macht uns stolz, dass wir fast jedem von ihnen etwas bieten können.“ Doch auch langjährige Familien- und Regionalgeschichtsforscher, so Wenzel, hätten sich schon lobend über die Qualität der unter vffow.de angebotenen Informationen geäußert. Es vergehe seit dem Freischalten der neuen Site kein Tag, „an dem wir uns nicht über viele neue Besucher der Site und auch über neue Mitglieder freuen dürfen“.

Das Informationsgebot reicht von mehreren online-Datenbanken bis hin zu aktuellen Nachrichten aus dem Forschungsgebiet, dem ehemaligen Ost- und Westpreußen, d.h. aus polnischen, russischen und litauischen Regionen. Eine Fülle ausgesuchter Links zu familienkundlichen Quellen und Vereinen, sowie Aufsätze zu ausgesuchten Schwerpunkten gibt es ebenso wie seltene Literatur zum Download.

Von besonderer Bedeutung ist den Machern der modernen Site der völkerverbindende Aspekt ihrer Arbeit: Sowohl Ost- als auch Westpreußen waren ein Schmelztigel vieler Kulturen, Zuwanderer unterschiedlicher Ethnien und Religionen kamen im Lauf der Vergangenen Jahrhunderte in das Gebiet. „Familienforschung in Ost- und Westpreußen ist für uns deshalb heute ein Mittel, nationale Grenzen zu überwinden und mit Partnern aus Polen, Litauen und Russland zusammenzuarbeiten“, heißt es deshalb im Begleittext der Site.

Freya Rosan, die das Projekt für den Verein federführend organisiert hat, betonte zur Vorstellung von vffow.de: „Diese Website wird täglich aktualisiert. Denn schließlich erreichen uns auch täglich neue Nachrichten zu unserem Forschungsgebiet: Fotos, Namen und Lebensdaten, wissenschaftliche Abhandlungen, Berichte und vieles mehr. Wir bemühen uns, das wichtigste davon auf unserer Site abzubilden.“ Denn Familienforschung bedeute für den VFFOW auch die Sicherung von Quellen und deren Auswertung. Dazu sei es erforderlich, Schrift- und Bildquellen der Vergangenheit zu finden und zu verstehen. Freya Rosan: „Hier leisten wir Unterstützung, indem wir Quellen und Hilfsmittel veröffentlichen, Kontakte und Expertenwissen vermitteln – denn gemeinsam kann man mehr bewegen.“ (cg)