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Ortssuche in Ost- und Westpreußen

Ortssuche in Ost- und Westpreußen

Ist die Ortssuche schwierig, weil du nur ungenaue Angaben hast oder es mehrere gleichnamige Orte gab? Zu welcher Region und zu welchem Kreis gehörte der Ort? Wo liegt der Ort genau? Und wie heißt eigentlich das zuständige Standesamt oder Kirchspiel?

Vielleicht gab es im Laufe der Geschichte Namensänderungen oder eine andere Zugehörigkeit zu Kreisen oder Amtsbezirken. Umfassende Hilfe bekommst du auf den nachstehenden Web-Seiten:

Umfassende Übersicht

Ein umfangreiches Ortsverzeichnis bietet Wikipedia. Hier findest du umfassende Angaben zu dem gesuchten Ort. Ein Beispiel ist Allenstein.

Geschichtliches Ortsverzeichnis (GOV)

Über 1 Million Einträge enthält das Geschichtliche Ortsverzeichnis (GOV). Genannt werden die Lage, verschiedene Namen und die historische Zugehörigkeit der Orte. Berücksichtigt werden auch die historischen Veränderungen.

Kartenmeister - alles auf einer Seite

Leider ist dies ein Nachruf, denn die Site KARTENMEISTER hat ihr Erscheinen eingestellt. Für den Fall, dass der Betreiber seine wirklich vorbildliche Datenbank einmal wieder ans Laufen bringt, lassen wir diese Beschreibung eine Zeitlang hier stehen. Vielleicht gelingt es ja mit vereinter Anstrengung. Hier unser Text zum Drama:

Sehr viele Suchmöglichkeiten bot lange Zeit der Kartenmeister. Hier konntest du nach Familiennamen und gezielt nach Orten suchen. Angezeigt wurden Namensänderungen, Lage, Kreis, Kirchspiel, Standesamtsbezirk . Es gab auch einen Link zu Google Maps und zu historischen Karten. Du konntest sogar eigene Angaben einstellen und Kontakt zu anderen Forschern aufnehmen. Auch die Referenz aus dem Gemeindelexikon 1905 wurde angezeigt. Die Seite war in englischer Sprache.

Forschungsstelle Ost- Westpreußen (AGoFF)

Umfangreiche Übersichten der Stadt- und Landkreise, der Standesämter und Kirchspiele hat die Arbeitsgemeinschaft Ostdeutscher Familienforscher e. V. (AGoFF) erstellt. Eine sehr hilfreiche Quelle!

Meyers Gazetteer - alles mit einem "Klick"

In Meyers Gazetteer findest du mit einem "Klick" Angaben zum Kreis, Standesamt und Kirchspiel. Historische Karten und Google Maps zeigen die genaue Lage des Orts. Grundlage ist das Orts- und Verkehrslexikons des deutschen Reichs von 1871-1918. Die Seite ist in englischer Sprache.

Gemeindeverzeichnis

Das Gemeindeverzeichnis bietet umfassende Informationen zur Zeit des Königreichs Preußen 1900.

Online - Buchshop

Die Angaben der Volkszählung von 1905 enthält das Gemeindelexikon des Königreichs Preußen, das du im Online-Buchshop des vffow kaufen kannst.

Westpreußen

Hier findest Du einfach alles über Westpreußen. Ein Muss für jeden Familienforscher!

Last but not least - GenWiki

Wer bisher noch nicht genug gefunden hat, sollte es hier mal versuchen:
Viele hilfreiche Links zu digitalen Ortsverzeichnissen und Karten findet man im GenWiki.

Ortssuche jenseits unseres Tellerrands

Im Grunde genommen ist der Name "Warthegau" eher das begriffliche Relikt eines Verbrechens als die Bezeichnung einer Landschaft, in der ungeachtet nationaler Herkunft über lange Zeit Menschen unterschiedlichster Herkunft ein Heimat fanden. So gibt es auch heute Menschen unter uns, die in diesem von Hitlers Horden gegen jede Moral, gegen internationale Abkommen und gegen Völkerrecht überfallenen und willkürlich dem Deutschen Reich zugeschlagenen Gebiet mit der von Nazis erfundenen Bezeichnung "Reichsgau Wartheland" (polnisch Okręg Rzeszy Kraj Warty) oder verkürzt "Warthegau" (polnisch Okręg Warcki) rund um das uralte polnische Kulturzentrum Poznan Wurzeln haben und nach diesen suchen. Zwar gehört diese Landschaft nicht zum zentralen Forschungsgebiet des vffow, eines Vereins, der sich der Familienforschung im ehemaligen Ost- und Westpreußen verschrieben hat.

Der unermüdlichen Suche unseres Forscherkollegen Arkadiusz Welniak haben wir es zu verdanken, dass wir euch diesen Scan der "Verordnung über Ortsnamenänderung des Reichsstatthalters im Warthegau [1.840 KB] " im sogenannten "Reichsgau Wartheland" vom 18. Mai 1943 zugänglich machen können. Arkadiusz Welniak fand ihn in der Bibliotheksammlung der Bibliothek von Poznan. Der Wahnsinn dieser "Germanisierungspolitik" des Führers und seiner Anhänger wird besonders deutlich, wenn man sich vor Augen hält, dass zwischen dieser Verordnung und dem endgültigen Ende des nationalsozialistischen Unrechtsstaates keine zwei Jahre mehr lagen.

Mit diesem Zeitdokument möchten wir auch all denjenigen unsere Hilfe bieten, die nach Verwandten in diesem polnischen Landesteil zwischen Pommern und Westpreußen suchen. Dazu mag es für einige wichtig sein, die zum Glück weitgehend untergegangenen Namen der Städte und Dörfer aus der Zeit deutscher Besatzung ihren polnischen Namen zuordnen zu können. Immerhin umfasste der sog. "Warthegau" die Regierungsbezirke "Hohensalza", "Litzmannstadt" und "Posen" (3 Regierungsbezirke mit 44 Kreisen), ein Gebiet auf einer Fläche von 45.000 Quadratkiometern. Rund 4,5 Millionen Menschen lebten dort, davon nur 327.000 Deutsche. Im westlichen Teil dieser Provinz stellten deutsche Muttersprachler zum Zeitpunkt der preußischen Volkszählung von 1910 noch rund 37 % der Gesamtbevölkerung. Im östlichen Teil des Warthelandes, das auch vor 1919 nicht zum deutschen Staatsgebiet gehört hatte, stellten Deutsche im Jahre 1939 in diesem Gebiet des Warthelandes nicht mehr als drei Prozent der Gesamtbevölkerung. Ziel der NS-Politik im Wartheland war es, dieses Gebiet so schnell wie möglich zu „germanisieren“.

Der Begriff „Warthegau“ hatte im übrigen nur von 1940 bis 1945 eine Bedeutung: „Der Name wurde als Bezeichnung für den Parteigau („Gau Warthegau“) verwendet und im Januar 1940 (analog zum Reichsgau) in „Gau Wartheland“ umbenannt. Für wenige Jahre - 1945 nahm der Spuk ein jähes Ende - wurde dann die Form „Warthegau“ als Synonym für den „Reichsgau Wartheland“ verwendet.“ Er bestand aus dem Stadtkreis Posen und den Landkreisen Birnbaum (Wartheland), Gostingen, Grätz (Wartheland), Jarotschin, Kolmar (Wartheland), Kosten (Wartheland), Krotoschin, Lissa (Wartheland), Obornik, Posen, Rawitsch, Samter, Scharnikau (Wartheland), Schrimm, Schroda, Wollstein und Wreschen.

Wer darüber hinaus einen Blick auf die territorialen Veränderungen in Deutschland und den zeitweise deutsch verwalteten Gebieten in der Zeit zwischen 1874 bis 1945 werfen möchte, der kann sich auf dieser Site informieren.

Ortssuche in Büchern des vffow

- Helmut Zipplies: Ortsnamenänderungen in Ostpreußen. Eine Sammlung nach dem Gebietsstand vom 31.12.1937. QMS Nr. 2 (1983) 94 S.

- Fritz Gause: Neue Ortsnamen in Ostpreußen seit 1800 (bis 1.3.1935). Nachdruck 1935. Sonderschrift Nr. 53 (1983). 10 u. 120 S.

Noch Fragen?

Hast du noch weitere Fragen? Unsere Regionalen Ansprechpartner geben gerne Auskunft.

Ortspläne und Einwohnerlisten bekommt man auch über die sog. Kreisgemeinschaften. Sie sind kompetente Ansprechpartner für die Zeit um 1945:
Die Adressen dieser Kreisgemeinschaften für den Bereich des ehemaligen Ostpreußen findest du hier (bitte anklicken). https://privat.genealogy.net/neumann/Projekt/adressenk.html .
Für den Bereich Westpreußen hat die Landsmannschaft Westpreußen auf ihrer Homepage eine Zusammenstellung von Adressen der für die Kreise Westpreußens zuständigen Kreisvertreter ins Netz gestellt. Für die Aktualität beider Verzeichnisse können wir leider nicht garantieren.