Newsletter für Familienforschung in Ost- und Westpreußen -
zuverlässig, kostenlos und ohne Verpflichtung!

Zur Newsletteranmeldung

Dissertation zum Thema: Adel und Militär in Ost- und Westpreußen

Preußische Füsiliere des Regiments "Prinz Heinrich von Preußen" (Nr. 35) im Jahre 1757
Quelle: https://www.wikiwand.com/de/Preußische_Armee


Behr, Frank (2021). Adel und Militär in Ost- und Westpreußen zum Ende des 18. Jahrhunderts (Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades Doctor philosophiae (Dr. phil.), Philosophische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin). Open-Access-Publikationsserver der Humboldt-Universität.
https://edoc.hu-berlin.de/bitstream/handle/18452/23763/dissertation_behr_frank.pdf?sequence=5

In seiner Zusammenfassung schreibt Frank Behr (2021):

Das Verhältnis von Adel und Militär beruhte lange Zeit auf der bereits für die preußischen Kernprovinzen widerlegten Annahme, dass Besitzarmut die Neigung eines adligen Rittergutbesitzers zum Militär wesentlich bestimmte. Die Analyse der beiden östlichsten bisher noch nicht untersuchten Provinzen Preußens kommt speziell für Ostpreußen zur gleichen Erkenntnis – zu Westpreußen war die Quellenlage nicht aussagekräftig genug. Für das ausgehende 18. Jahrhundert zeigte damit der ostpreußische Adel eine ähnliche militärische Dienstbereitschaft wie die bisher untersuchten Provinzen, einen „Sonderweg“ für einen Eintritt in das preußische Militär hatte es daher nicht gegeben. Das unterschiedliche militärische Engagement eines Adligen war von mehreren Faktoren bestimmt. Sowohl Elemente des adelsständischen Regionalismus wie auch Familientraditionen bzw. Netzwerkbeziehungen und eben nur bedingt sozioökonomische Rahmenbedingungen waren verantwortlich, ob ein Adliger bereit war, in der preußischen Armee zu dienen."


Preußisch Holland / Paslek - Die Wende des Jahres 1945

Joanna Ewa Wisniewska, geb. 1976 in Olsztyn / Allenstein (Polen), hat nach ihrem Abitur ein Studium der Geschichte mit dem Schwerpunkt Archivforschung an der Universität in Gdansk / Danzig absolviert. Nach einem weiteren Studienaufenthalt am Technion Haifa/Israel promovierte Joanna Ewa Wisniewska an der Universität in Bremen im Fachbereich Kulturgeschichte Osteuropas. Ihre Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde schrieb sie zum Thema:

Preußisch Holland / Pasłęk – Die Wende des Jahres 1945.
Die Vertreibung/Aussiedlung der deutschen Bevölkerung 1945-1947

In ihrer Einleitung zur Dissertation schreibt Joanna Ewa Wisniewska folgendes:

"...Ziel der Dissertation ist die objektive Darstellung dieser Ereignisse am Beispiel der Stadt Preußisch Holland/Pasłęk in folgenden Phasen: Flucht (Januar-April 1945), Einmarsch der Roten Armee und Aussiedlung (1945-1947). In der Dissertation wurden auch folgende Fragen berücksichtigt: Anfänge der polnischen Verwaltung und einzelner Institutionen (wie: PUR: Panstwowy Urząd Repatriacyjny w Pasłęku – Staatliches Repatriierungsamt in Pasłęk),Verifikation der „Autochthonen“, das Verhältnis des Staates und der neuen Siedler zu dieser Bevölkerungsgruppe, Anfänge der sowjetischen Militärverwaltung und Beschlagnahm der landwirtschaftlichen Güter durch die Rote Armee im Kreis Preußisch Holland/Pasłęk. In der Arbeit wurden auch soziologische Prozesse behandelt, wie die Frage des deutschen kollektiven und kulturellen Gedächtnisses und seiner Konstruktion in der Vergangenheit.

Die geographische Beschränkung des Themas erlaubt eine sachlich-kritische Klärung der Prozesse der Vertreibung/Aussiedlung und ihre detaillierte Darstellung auf dem Niveau einer Kreisstadt; zugleich stehen der Mensch und sein individuelles Schicksal im Mittelpunkt.

Solche Konzipierung der Arbeit ist gerade bei der Beschreibung menschlicher Tragödien von besonderer Bedeutung. In dem Fall der Flucht und Vertreibung der Deutschen aus OstMitteleuropa ist diese Aufgabe schwieriger, weil sich hier komplizierte Täter- und Opferrollen verschränken. Durch die Politisierung und Ideologisierung des Themas auf beiden Seiten wird die Aufgabe nicht einfacher, denn es ist leicht, ins nationale Lagerdenken zu verfallen. Bei der Darstellung dieser heiklen Thematik ist es also wichtig einerseits auf die Verschiedenheit der historischen Kontexte hinzuweisen, andererseits einen angemessenen Bezug auf das menschliche Leid zu nehmen. Gerade bei der Sichtung der einschlägigen deutschen und polnischen Fachliteratur fällt das Fehlen eines der Elemente besonders auf. ..."


© 2020 - 2022 Verein für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e. V. [als gemeinnützig anerkannt]